Institute

Die Forschungsvorhaben des ZIB werden durch die Stiftungsprofessuren und ZIB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am DIPF in Frankfurt am Main, am IPN in Kiel sowie an der TUM School of Education in München bearbeitet. Durch die Einbettung der ZIB-Forschungsprojekte in die Institute sowie die daraus resultierenden Kooperationen ist es möglich, die vielfältigen Kompetenzen im Bereich der Bildungsforschung aller drei Standorte zu vereinen. Dadurch entsteht eine aktive Forschungsumgebung, in der alle drei Standorte des ZIB ihr jeweiliges Expertenwissen einbringen.

TUM

An der Technischen Universität München (TUM) sind die ZIB-Forschungsvorhaben an der Bildungsfakultät, der TUM School of Education, verortet. Der Fokus der Fakultät liegt auf der bildungswissenschaftlichen Forschung sowie auf der Lehre in Lehramtsstudiengängen und erziehungswissenschaftlich geprägten Master-Studiengängen.

An der TUM School of Education ist das nationale PISA-Team angesiedelt. Dieses ist sowohl für die Planung und Ausführung als auch die Auswertung der PISA-Studie in Deutschland zuständig. Dabei ist die Arbeitsgruppe unter anderem dafür verantwortlich, die Testhefte und Fragebögen für die Nutzung in Deutschland anzupassen, sich um deren Übersetzung zu kümmern und die Testung in den Schulen durchzuführen. Anschließend werden die Ergebnisse aufbereitet, um sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zuletzt werden sie zu einem nationalen Berichtsband zusammengefasst. Dabei zeichnet sich die Arbeit des deutschen PISA-Teams insbesondere dadurch aus, dass Analysen und Interpretationen der Forschungsergebnisse unabhängig und eigenständig durchgeführt werden. Das nationale Projektmanagement von PISA liegt bei Prof. Kristina Reiss und Dr. Mirjam Weis.


Die ZIB-Stiftungsprofessur an der TUM School of Education ist derzeit in Ausschreibung. Ihre Forschungsschwerpunkte werden auf dem Bereich Schul- und Unterrichtsforschung und der Koordination der Forschungssynthesen liegen. Im Themenfeld Schul- und Unterrichtsforschung geht es vor allem darum, schulische und unterrichtsbezogene Faktoren zu analysieren, die sich positiv auf die Leistung von Schülerinnen und Schülern auswirken, um damit zur Verbesserung von schulischem Lernen beizutragen. Dabei zielen die Projekte beider Themenbereiche an der TUM School of Education darauf ab, bildungspolitische und für die Praxis relevante Fragestellungen zu untersuchen. Es sollen Erkenntnisse aus Large Scale Assessments und damit verbundene Studien so aufbereitet werden, dass diese in der Praxis und Politik genutzt werden können.

DIPF

Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Themenschwerpunkte des Instituts sind Bildungsinformation und Bildungsforschung. Als zentrale Informationsinfrastrukturen für diesen Bereich betreibt das DIPF Plattformen wie das Fachportal Pädagogik und das Portal deutscher Bildungsserver.

Im Rahmen des ZIB konzentriert sich die Forschung am DIPF auf die Bereiche der pädagogisch-psychologischen Diagnostik und Large Scale Assessments mit der dazu passenden Methodenforschung. Im Fokus stehen dabei Leistungsmessungen von Schülerinnen und Schülern durch technologiebasierte Anwendungen. Darunter fällt beispielsweise Forschung zu computerbasierten Erhebungen, bei denen die Testverfahren nicht mittels Papier und Stift durchgeführt werden, sondern mit Hilfe eines Computers. Solche technologiebasierten Testungen ermöglichen es, neben der Auswertung des eigentlichen Tests auch sogenannte Prozessdaten wie beispielsweise die Bearbeitungszeiten zu analysieren. Dies trägt dazu bei, die Leistungen der Schülerinnen und Schüler und deren Zustandekommen umfassender zu betrachten.

Die ZIB-Stiftungsprofessur für pädagogisch-psychologische Diagnostik hat Prof. Frank Goldhammer inne. Sie ist am DIPF in der Abteilung Bildungsqualität und Evaluation mit dem Arbeitsschwerpunkt Technologiebasiertes Assessment verankert. Das Zentrum für technologiebasiertes Assessment wird ebenfalls von Prof. Goldhammer geleitet.

IPN

Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Untersuchung von mathematischen und naturwissenschaftlichen Lehr- und Lernprozessen.

Im Fokus der Forschung stehen hier die Fragen, wie Schülerleistungen optimal gemessen und wie die Mess- und Analyseverfahren verbessert werden können. Dabei richtet sich die ZIB-Forschung am IPN derzeit vor allem auf drei Schwerpunkte.

Einer der Forschungsschwerpunkt ist der Umgang mit fehlenden Daten in der Bildungsforschung. Dieser soll näher betrachtet und die Weiterentwicklung und Anwendung von Mehrebenenmodellen vorangetrieben werden. Mehrebenenmodelle sind insofern ein wichtiger Forschungsbereich, da Daten in der Bildungsforschung häufig in einer Mehrebenenstruktur vorliegen, die Werte somit auf mehreren Ebenen betrachtet werden müssen. So sind Schülerinnen und Schüler zwar Individuen, aber sie sind auch einer bestimmten Klasse und einer bestimmten Schule zugeordnet. Damit teilen sie sich mit anderen den gleichen Unterricht und lernen unter gemeinsamen strukturellen Bedingungen, was den individuellen Lernerfolg bzw. den Erfolg der Klasse beeinflusst.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf der Schätzung von kausalen Effekten mit nicht-experimentellen Daten. Dies beinhaltet die Fragen, inwieweit aus Schulleistungsuntersuchungen Ursache-Wirkungen-Verhältnisse abgeleitet werden können und welche statistischen Verfahren sich am besten dafür eignen.

Zudem werden regelmäßige Fortbildungen wie Workshops angeboten, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innerhalb und außerhalb des ZIB/IPN mit neuen methodischen Entwicklungen vertraut machen.

Die Stiftungsprofessur des ZIB mit Fokus auf Methodenforschung am IPN wird von Prof. Oliver Lüdtke ausgefüllt. Prof. Lüdtke ist zudem am IPN Leiter der Abteilung pädagogisch-psychologische Methodenlehre.

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