Prozesse der Aufgabenbearbeitung
und individuelle Prozessmerkmale

Federführung: DIPF

 

Internationale Bildungsvergleichsstudien wie PISA werden zunehmend vom papierbasierten auf das computerbasierte Testen umgestellt. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten Aufgaben in Tests zu gestalten. So kann am Computer beispielsweise ein naturwissenschaftliches Experiment simuliert werden. Darüber hinaus können Aufgaben und Fragen besser an die Schülerinnen und Schüler angepasst werden.

Traditionell wurde vor allem betrachtet, ob eine Aufgabe gelöst wurde oder nicht. Die Computertestung ermöglicht nun auch, das Bearbeitungsverhalten zu erheben. So wird beispielsweise ersichtlich, wie viel Zeit die getestete Person für eine Aufgabe benötigt oder wohin sie mit der Maus geklickt hat. Diese sogenannten Prozessdaten erlauben zusätzliche Rückschlüsse auf den Bearbeitungsprozess und zeigen beispielsweise auf, wie der Lösungsweg aussah oder an welcher Stelle die Person scheiterte.

Die Analysen dieser Prozessdaten liefern somit für die Bildungspraxis wichtige Impulse, um Lernprozesse zu verbessern. Genau hier setzt das Projekt an und fragt, welche relevanten Faktoren aus den Prozessdaten gewonnen und mit welchen Methoden diese Daten angemessen statistisch ausgewertet werden können.

Ebenfalls soll geklärt werden, inwieweit die Prozessdaten Auskunft über die Motivation der getesteten Personen geben, um diese dann auf die Testantworten zu beziehen. Auf diese Weise werden Rückschlüsse auf die tatsächliche Leistung ermöglicht, da beispielsweise für die Testung wenig motivierte Personen nicht ihr volles Leistungsvermögen zeigen.

Für die Bearbeitung der Forschungsfragen greift das Projekt-Team auf vorliegende und kommende Daten aus PISA und PIAAC zurück.

Anhand von Fragebögen, die direkt am Computer ausgefüllt werden, können die erforschten Daten detaillierter ausgewertet werden. © iStock.com

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