Elternbeteiligung an schulischen Prozessen

Federführung: TUM

Sowohl in Deutschland als auch international liegen Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und/oder niedrigem sozioökonomischem Status in ihren schulischen Leistungen im Durchschnitt hinter anderen Kindern zurück. Bereits beim Schuleintritt bestehen entsprechende Leistungsunterschiede (z. B. bezüglich sprachlicher Kompetenzen) zwischen Kindern mit Benachteiligungen (Migrationshintergrund/niedriger sozioökonomischer Status) und Kindern ohne diesen Benachteiligungen. Bei der Diskussion über Fördermöglichkeiten für die benachteiligte Schülergruppe ist in den letzten Jahren verstärkt die Rolle der Eltern in den Blick geraten. Studien haben gezeigt, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen der Elternbeteiligung an schulischen Prozessen (z. B. Unterstützung bei Hausaufgaben oder Engagement an schulischen Aktivitäten) und der schulischen Leistung ihrer Kinder gibt. Die Tatsache, dass Eltern benachteiligter Kinder sich in der Regel weniger stark an schulischen Prozessen beteiligen (z. B. aufgrund fehlender Fachkenntnisse oder fehlender Kenntnisse bezüglich des Schulsystems) und zudem aus Sicht der Schule häufig schwer zu erreichen sind, verstärkt die bereits bestehenden Benachteiligungen der genannten Schülergruppe weiterhin.

In dieser Forschungssynthese werden systematische Übersichtsstudien in den Blick genommen, die das Potential der elterlichen Beteiligung zur Reduzierung bestehender Ungleichheiten im Bildungssystem allgemein und für die Gruppe benachteiligter Schülerinnen und Schüler im Speziellen untersuchen. Dabei werden die Auswirkungen verschiedener Formen der Elternbeteiligung (beispielsweise Unterstützung bei den Hausaufgaben oder das Vermitteln von Bildungszielen und Leistungserwartungen an die Kinder) auf die Schülerleistung betrachtet. Darüber hinaus werden von Schulen initiierte Programme gesichtet und zusammengestellt, die darauf abzielen, insbesondere bildungsferne Eltern in relevanten Bildungsfragen zu unterstützen und sie damit stärker in das schulische Umfeld zu involvieren. Die Erkenntnisse der vorliegenden Arbeit werden in einer Praxisbroschüre aufbereitet.

Bei dieser Forschungssynthese steht die Frage im Zentrum, inwiefern die Beteiligung von Eltern an Bildungsprozessen ihrer Kinder Ungleichheiten sowie Benachteiligungen im Schulsystem reduzieren kann. ©pixaby

© 2012 Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien

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