Elternbeteiligung im schulischen Kontext

Federführung: TUM

Sowohl in Deutschland als auch international liegen Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und/oder niedrigem sozioökonomischen Status in ihren schulischen Leistungen im Durchschnitt hinter anderen Kindern zurück. Bereits beim Schuleintritt bestehen entsprechende Leistungsunterschiede (z. B. bezüglich sprachlicher Kompetenzen) zwischen Kindern aus benachteiligten Haushalten (Migrationshintergrund/niedriger sozioökonomischer Status) und Kindern aus nicht benachteiligten Haushalten. Bei der Diskussion über Fördermöglichkeiten für die benachteiligte Schülergruppe ist in den letzten Jahren verstärkt die Rolle der Eltern in den Blick geraten. Studien haben gezeigt, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen der Elternbeteiligung im schulischen Kontext (z. B. Unterstützung bei Hausaufgaben oder Engagement an schulischen Aktivitäten) und der schulischen Leistung ihrer Kinder gibt. Die Tatsachen, dass Eltern benachteiligter Kinder sich in der Regel weniger stark im schulischen Kontext beteiligen (z. B. aufgrund fehlender Fachkenntnisse oder fehlender Kenntnisse bezüglich des Schulsystems) und zudem aus Sicht der Schule häufig schwer zu erreichen sind, verstärken die bereits bestehenden Benachteiligungen der genannten Schülergruppe weiterhin.

In dieser Forschungssynthese werden Metaanalysen in den Blick genommen, in denen das Potential der elterlichen Beteiligung für die Förderung des schulischen Erfolgs ihrer Kinder analysiert wurde. Hierzu werden sowohl benachteiligte Schülerinnen und Schüler als auch nichtbenachteiligte Kinder und Jugendliche in den Blick genommen. Dabei werden die Auswirkungen verschiedener Formen der Elternbeteiligung (beispielsweise Unterstützung bei den Hausaufgaben oder das Vermitteln von Bildungszielen und Leistungserwartungen an die Kinder) auf die Schülerleistung sowie die Motivation betrachtet. Darüber hinaus wird eine Sammlung von Maßnahmen aus der Praxis erstellt, die darauf abzielen, insbesondere bildungsfernere Eltern in relevanten Bildungsfragen zu unterstützen und sie damit stärker in das schulische Umfeld zu involvieren. Die Erkenntnisse der vorliegenden Arbeit werden in Kürze im Rahmen einer Praxisbroschüre der Reihe Wissenschaft macht Schule beim Waxmann-Verlag publiziert.

Veröffentlichung:
Elternbeteiligung als Potenzial zur Förderung des schulischen Erfolgs. Ein Second-Order-Review (Seiten 302-317)

Täschner, J., Holzberger, D. & Hillmayr, D. (2021). Elternbeteiligung als Potenzial zur Förderung des schulischen Erfolgs. Ein Second-Order-Review. Die Deutsche Schule, 3, 302-317.
doi: 10.31244/dds.2021.03.05

 

 

 

Bei dieser Forschungssynthese steht die Frage im Zentrum, inwiefern die Beteiligung von Eltern an Bildungsprozessen ihrer Kinder Ungleichheiten sowie Benachteiligungen im Schulsystem reduzieren kann. © pixabay.com

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